"Zwischen Lust und Frust – Studieren in der Pandemie" war das Motto des dritten CoronaDialogs.
ENDLICH Sommer, endlich offene Biergärten, niedrige Inzidenzwerte und ein EM Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich… den letzten Termin für unsere virtuelle Corona-Dialogveranstaltung hätten wir ironischerweise nicht besser festlegen können. Trotz allem kamen ca. 40 Teilnehmende – Studierende, Lehrende, Interessierte - zusammen. Für unseren Corona-Dialog konnten wir folgende Gäste gewinnen: Romy Reinicke (Psychosoziale Beratungsstelle Studentenwerk Dresden), Franziska Schubert (MdL, Fraktionsvorsitzende der Grünen), Octavian Ursu (Oberbürgermeister der Stadt Görlitz) sowie Prof. Dr. Alexander Kratzsch (Rektor HSZG). Die gute Moderation – mit viel Scharfsinn und Humor - leistete Cornelius Baier, selbst Student unserer Hochschule. Nach dem Impulsvortrag „Miteinander durch pandemische Zeiten“ von Prof. Kratzsch fand der erste Austausch in kleinen Gruppen in Breakouträumen statt. Nachher wurde die Diskussion mit den wichtigsten Fragen aus den Breakouträumen im Hauptraum fortgesetzt.
Mit Blick auf das digitale Lernen wurde von vielen Änderungen, Verschiebungen sowie von der Notwendigkeit der Selbstorganisation berichtet. Uns schien es, als wären die Studierenden besser durch die schwierige Zeit gekommen, die sich im virtuellen Raum regelmäßig in Lerngruppen getroffen und den Austausch gepflegt haben. Die digitalen Angebote der HSZG wurden mit der Zeit besser, jedoch fehlte der direkte Austausch. Minijobs fielen weg, Existenzängste kamen auf, depressive Stimmungen machten sich verstärkt bemerkbar – Frau Reinicke erzählte über ihre Erfahrung in den telefonischen und online Beratungen. Positiv ist, dass die Abbrecherquote an der HSZG bisher nicht angestiegen ist.
Wie die Situation sich perspektivisch entwickeln wird, wie es mit der Digitalisierung an der HSZG weitergehen soll sowie das zukünftige Ermöglichen von Hybrid-Veranstaltungen bleiben aktuelle Fragen, die die Studierenden beschäftigen. Und „könnte man vom Berzdorfer See an einer Vorlesung teilnehmen“?
Trotz einer nun gut organisierten online-Lehre, möchte die HSZG die Vorteile des sehr guten Betreuungsverhältnisses, das in Präsenz erlebbar ist, beibehalten. Wenn alles digital stattfinden würde, würde der persönliche Charakter der Hochschule verloren gehen. Rektor Kratzsch erklärte zudem, dass digitale Abschlussprüfungen durch die rechtlichen Hürden heikel und schwierig bleiben. Die Sehnsucht nach dem gesellschaftlichen Leben ist groß, die Rückkehr in den normalen Hochschulalltag ist von den meisten mehr als erwünscht, es wird so viel wie möglich Präsenz angestrebt. Jedoch wird es „ein großer Kraftakt, wieder in einen normalen Hochschulalltag“ zurückzufinden.
…wurde gefragt. Seitens der Politik plädierte Franziska Schubert für eine einfache und verständliche Kommunikation. Des Weiteren sei es wichtig, eine wissenschaftsbasierte Vorgehensweise weiterhin zu verfolgen. Frau Schubert positionierte sich zudem für das Thematisieren der gewonnenen Erkenntnisse aus der bisherigen Pandemie-Erfahrung.
Octavian Ursu ist davon überzeugt, dass „wir alle sehr viel gelernt haben“ und bedankte sich bei den Studierenden für ihr vorbildliches Verhalten und forderte alle auf, ihre Mitmenschen zum Impfen zu ermutigen.
… rückblickend auf das Pandemie-Jahr haben wir uns vermisst. Sicherlich gibt es Studis, die nicht das Beste aus der Situation machen konnten, die nichts mehr von der Pandemie hören wollen, die mit der sozialen Isolation nicht klargekommen sind. Dazu bekamen wir im Vorfeld der Veranstaltung einige Rückmeldungen. Das allgemeine Stimmungsbild innerhalb der Studierendenschaft scheint gespalten. Je nachdem wie die eigene persönliche Situation während des letzten Jahres war: zwischen Existenzängsten und vorhandener Unterstützung, zwischen gelungenen Online Lernformaten und ausbaufähigen Seminaren, letztendlich zwischen Lust und Frust…
Das CoronaDialog-Format stieß auch bei dieser Veranstaltung auf breite Zustimmung. Auch der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer begrüßt den kontinuierlichen Dialog mit den Studierenden während der Pandemie und äußert sich im Video über die Bestrebungen und Vorhaben der HSZG.
Ob in Präsenz oder digital: Das Organisationsteam nimmt sich vor, dieses Jahr noch eine weitere Veranstaltung anzubieten und mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Transferprojektes Saxony5 in Kooperation mit dem Studierendenrat (StuRa) organisiert. Das Projektteam bedankt sich herzlich bei allen Mitwirkenden und insbesondere bei Victoria Otto, die diese Veranstaltung initiiert und aktiv mitgestaltet hat.