Im 21. Jahrhundert, dem Zeitalter der Globalisierung und der Digitalisierung, hat jeder seine eigenen Fakten. Was mal als das "Wahre" galt, wird immer mehr in Zweifel gezogen. Diese Entwicklung hat Auswirkungen für die Gesellschaft und die Politik im Kleinen und Großen. Was das konkret bedeutet, wird in diesem 3-teiligen Kurs besprochen.
Wie viel?
Alle 3 Teile: 22 Euro
Teil I: Die Wahrheit gibt es nicht
Ob Neil Armstrong auf dem Mond oder in den Universal Studios landete, spielt für die Realität tatsächlich keine Rolle mehr. Es ist gesellschaftlich als wahr manifestiert, dass er unseren Planeten verließ, um seinen Fußabdruck - und damit auch den Erfolg der amerikanischen Mondlandung - in ein ganz neues Territorium zu pressen. Wir haben diesen Schritt als großen für die Menschheit wahrgenommen und alles drum herum als richtig und wahr konstruiert. Der ewige Streit zwischen "richtig" und "falsch", zwischen Wahrheit und Lüge könnte ein Ende finden, wenn das Verständnis wächst, dass wir selbst es sind, die aus unseren Wahrnehmungen letztendlich die Realität bauen. Die einzig sichere Lüge ist jedenfalls die Existenz der einen Wahrheit.
Wann?
23. November, 17.30-19.00 Uhr
Wo?
vhs Görlitz, Langenstraße 23
Wie viel?
7 Euro, mit vhsCard 100 kostenfrei
Teil II: Das Böse gibt es nicht
Als Hannah Arendt 1961 den Prozess um Adolf Eichmann beobachtete, muss ihr Menschenbild wohl einen heftigen Schlag bekommen haben. Was sie später als "Banalität des Bösen" beschreibt, ist geschichtlich und geopolitisch gesehen nichts anderes als die menschlich-gesellschaftliche Eigenschaft, Realitäten zu konstruieren und sie durch Taten als "wahr" zu festigen. Nach dem geltenden Gesetz habe Eichmann gehandelt, nahezu unverständlich reagiert er auf die Anschuldigungen brutaler Unmenschlichkeit. Nicht einmal das schlimmste Regime, das die Menschheit je erleben musste, hatte aus destruktiven Motiven gehandelt. Die Überzeugung war, im Sinne des Volkes zu handeln. Weltpolitisch betrachtet ist nur eine sehr kleine Menge Nationen von der Idee der freiheitlichen Demokratie überzeugt. Vielleicht gibt es mehr als eine Wahrheit - sicher sogar ein sehr großes Spektrum zwischen "Gut" und "Böse".
Wann?
30. November, 17.30-19.00 Uhr
Wo?
vhs Görlitz, Langenstraße 23
Wie viel?
8 Euro
Teil III: (zwischenmenschliche) Konflikte gibt es nicht
Es ist das Zeitalter der Kämpfer, der Alltagssoldaten, die sich zu behaupten wissen und Standpunkte verteidigen, als wäre jeder einzelne lebenswichtig. Sicher, man kann davon überzeugt sein, dass die Wirklichkeit, die man lebt, die einzige ist und dementsprechend jedem Rat zur Lebensführung den nötigen Nachdruck verleihen. Oder man verleiht stattdessen einem antiken Grundsatz einen neuen Hype: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Ein Konflikt zwischen Menschen baut sich stets da auf, wo Personen aufeinandertreffen, die die Wahrheit kennen und dem Gegenüber lediglich die Dummheit ausreden müssen. Wechselt man aber die Perspektive und ist bescheiden genug, sich selbst für einen Moment als den Dümmeren zu betrachten, wird man Dinge hören und sehen, die das eigene Wissen, die eigene Wahrheit ergänzen. Und nicht selten findet sich im Anschluss der Platz, die eigene Realität zu erläutern. Im Ausgleich zwischen der einen und der anderen Welt findet sich die Lösung und der Grundsatz eines konfliktfreien, persönlichen Umfelds.
Wann?
7. Dezember, 17.30-19.00 Uhr
Wo?
vhs Görlitz, Langenstraße 23
Wie viel?
8 Euro
Kontakt:
Tel.: 03581 420980