Bewerbung und Ankunft an der Gasthochschule
Im 3. Semester meines Masterstudiums der Fachrichtung „Internationales Tourismusmanagement“ studierte ich für vier Monate auf Bali, der wohl bekanntesten Insel Indonesiens.
Da ich vor dem Auslandssemester die „Grenzen Europas“ noch nie verlassen hatte, zog es mich in die Ferne und die Wahl fiel auf die Udayana University auf Bali. Außerdem hatten viele Kommilitonen höherer Semester von dem einmaligen Leben auf Bali geschwärmt. Ich entschied mich für das Studienprogramm „Studies Network“, welches vor allem bei der Vorbereitung eine große Hilfe war. Der Bewerbungsprozess ist sehr nutzerfreundlich gestaltet und innerhalb kurzer Zeit konnte man sich für ein Auslandssemester auf Bali anmelden.
Via PayPal zahlte man zunächst eine Registrierungsgebühr und ein paar Monate später per Auslandsüberweisung die Studiengebühren. Beide Zahlungen stellten kein Problem dar und nach wenigen Tagen erhielt ich die Zahlungsbestätigungen.
Ein Studienaufenthalt auf Bali muss natürlich finanziell abgesichert werden. Durch eine Informationsveranstaltung der HSZG sowie die Empfehlungen anderer Studierender die bereits auf Bali waren, erfuhr ich von dem PROMOS Stipendium. Der Bewerbungsprozess war einfach und zügig: Es musste lediglich ein Motivationsschreiben verfasst und der Lebenslauf sowie eine aktuelle Leistungsübersicht eingereicht werden. Ich erhielt zunächst eine Absage, doch nach der zweiten Ausschüttung wurde mir die finanzielle Unterstützung zugesichert. Es lohnt sich somit, sich für ein PROMOS Stipendium zu bewerben.
Weitere Vorbereitungen umfassten neben der Beantragung des Visums bei der indonesischen Botschaft in Berlin, das rechtzeitige Informieren über Impfungen, das Abschließen einer Auslandskrankenversicherung sowie die Beantragung des internationalen Führerscheins.
Wenige Tage nach der Ankunft auf Bali fand eine Willkommensfeier am Strand von Jimbaran statt, welche von Studies Network organisiert wurde. Wir konnten die anderen Studierenden kennenlernen und erhielten zahlreiche Informationen über Land und Leute. Zwei Tage danach war der offizielle Beginn des Auslandssemesters, welcher feierlich im Auditorium der Udayana University eingeläutet wurde. Neben Reden und kulturellen Beiträgen lernten wir die anderen Mitglieder unseres Empowerment-Teams kennen. In Kleingruppen arbeitet man das gesamte Semester über an Projekten, organisiert Veranstaltungen, oder Exkursionen.
Unterkunft
Zusammen mit drei anderen Kommilitoninnen suchte ich mir bereits von Deutschland aus eine Unterkunft. Fündig wurden wir auf der Plattform „Auslandssemester Bali“ und mieteten eine Villa bei Jimbaran. Diese befand sich in der Nähe der Uni, ca. zehn Minuten mit dem Roller entfernt. Wir waren von Anfang an in „unsere“ Villa verliebt und von der Lage und der Ausstattung beeindruckt. Solch einen Luxus könnten wir uns in Deutschland als Studentinnen niemals leisten. Außerdem hatten wir eine sehr liebenswürdige und zuvorkommende Haushälterin, die wir von Beginn an sehr ins Herz schlossen.
Studium an der Udayana University
Vorlesungen fanden in der Regel von montags bis mittwochs statt. Diese gingen je nach belegten Kursen von 8:30 Uhr bis ca. 14:15 Uhr. Wir studierten auf dem internationalen Campus in Jimbaran, in zwei Gebäuden von IBSN. Die Vorlesungen wurden auf Englisch gehalten.
Ich belegte die Kurse Tourism and Service Marketing, Business Economics, Project Management, Cross Cultural Management und Entrepreneurship. In den meisten Kursen wurden verschiedene Gruppenarbeiten durchgeführt, bzw. Vorträge ausgearbeitet sowie Belege geschrieben.
Mittwochs standen zusätzlich Guest Lectures auf dem Stundenplan. Vorträge wurden von sozialen Unternehmen, einem einheimischen Arzt sowie Expatriates gehalten.
Jeden Donnerstag wurde durch IBSN eine Exkursion organisiert. Auf diese Weise konnten wir einen noch besseren Eindruck vom Leben auf Bali gewinnen. Wir besuchten unter anderem das „Tauchterminal Tulamben“, ein Resort an der Ostküste Balis, eine Kautschuk-Plantage, das Bali Museum sowie das Bajra Sandhi Monument. Zusätzlich organisierten die Exkursions-Teams einen Kochkurs, den Besuch der Schildkröten Schutzstation in Serangan bei Sanur, und eine Exkursion zu einer Schokoladenfabrik. Wir konnten somit auch eine Menge über die unterschiedlichen Wirtschaftszweige Balis lernen.
Alltag und Freizeit
Während des Auslandssemesters hatten wir genug freie Zeit, um Land und Leute kennenzulernen und in die Kultur einzutauchen.
Deshalb unternahm ich viele Ausflüge quer über Bali sowie auf Nachbarinseln. Zu Beginn organisierten wir uns einen Fahrer, um längere Fahrten nicht mit dem eigenen Roller bewältigen zu müssen. Dies war immer sehr unkompliziert und wir hatten stets einen zuverlässigen Fahrer. Mit der Zeit fuhren wir jedoch immer häufiger mit unserem Roller zu den einzelnen Ausflugszielen und waren somit noch flexibler. Unzählige Tempel und authentische Dörfer, atemberaubende Paläste, beeindruckende, unter UNESCO Welterbe stehende Reisterrassen sowie aufregende Wasserfälle lagen auf unseren selbstgeplanten Routen.
Wenn wir mal ein Wochenende „zu Hause“ in Jimbaran verbrachten, erkundeten wir die zahlreichen Strände der Halbinsel im Süden Balis, testeten die verschiedensten Warungs und schauten uns unzählige Sonnenuntergänge an.
An Bali beeindruckte mich vor allem die Vielfalt der Insel. Der Süden ist deutlich touristischer und westlicher geprägt als der Norden der Insel, welchen ich mit einer überwiegend unberührten, atemberaubenden Natur und wahnsinnig herzlichen Menschen kennenlernen durfte.
Fazit/Kritik
Ich kann allen ein Auslandssemester auf Bali empfehlen, die in eine fremde Kultur eintauchen möchten, vielfältige Erfahrungen sammeln und ihren Horizont erweitern möchten. Die Eindrücke, die man durch diesen mehrmonatigen Aufenthalt erhält, sind deutlich tiefer, als sie Touristen je bekommen könnten. Daher bin ich sehr froh und dankbar über die Möglichkeit ein Auslandssemester auf Bali verbracht zu haben.
Allen Interessierten sollte jedoch bewusst sein, dass das Studieren auf Bali nicht dem in Deutschland gleicht, man den Balinesen Unzuverlässigkeit nicht übel nehmen sollte und der internationale Austausch leider zu kurz kommt, da man ausschließlich mit anderen Deutschen zusammen studiert.