Ein intensiver Sprachkurs in Irland oder auf Malta ist schon eine besondere Erfahrung, berichtet Simone Kunze.
Vom europäischen Förderprogramm Erasmus+ haben wahrscheinlich alle schon einmal gehört, immerhin ist es mit fast 35 Jahren eine alte Häsin. Über 9 Millionen Menschen wurden bisher mobilisiert. Studierende erhielten für ihr Studium oder Praktikum im Ausland ebenso eine Förderung wie Dozentinnen und Dozenten für ihre Lehre an ausländischen Hochschulen. Aber was die Wenigsten wissen: Alle Mitglieder einer Hochschule können mit Erasmus+ ins Ausland gehen.
In Sachsen ist seit 1992 das Leonardo-Büro Sachsen in Dresden für Studierende sächsischer Hochschulen zuständig, wenn diese ihr Praktikum im Ausland durchführen. Sozusagen von Anfang an dabei ist die HSZG. 1996 wurde der erste HSZG-Studierende mit einer EU-Förderung versorgt. Mittlerweile nutzen jedes Jahr 20 bis 30 Studierende die Möglichkeit, ein erasmusgefördertes Praktikum zu absolvieren.
Seit dem 1. Januar 2022 arbeiten die HSZG und das Leonardo-Büro noch stärker zusammen, da nun auch die Personal- und Dozentenmobilität durch das Dresdner Büro mit Mitteln aus Erasmus+ finanziert werden können. Ansprechpartner dafür ist Enrico Plathner.
Der gebürtige Görlitzer ist seit 2006 im Leonardo-Büro Sachsen und informiert und unterstützt seit vielen Jahren zusammen mit dem International Office Zittauer und Görlitzer Studierende.
Dozentenmobilität und Personalmobilität zu Weiterbildungszwecken, wie es offiziell heißt, wird von verschiedenen Beschäftigtengruppen genutzt. Neben dem wissenschaftlichen Personal wurden durch das Leonardo-Büro Sachsen in der Vergangenheit Beschäftigte aller Bereiche gefördert.
Besonders beliebt sind ein- bis zweiwöchige Sprachkurse in Irland, Großbritannien oder auf Malta vor allem von denen, die viel Kontakt zu internationalen Studierenden haben. Der Campus wird immer internationaler und so nutzen viele die Gelegenheit, ihre eingerosteten Sprachfähigkeiten mit einem Intensivsprachkurs aufzupolieren. Mit Erasmus+ können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrfach gefördert werden. Manche sind mit ihrem dritten Sprachkurs im Ausland echte Erasmus+ Expertinnen und Experten.
Sehr interessant und gleichermaßen beliebt sind die sog. International Staff Weeks. Internationale Beziehungen, Forschung und Entwicklung, akademische und studentische Angelegenheiten, PR und Kommunikation sind zum Beispiel häufig Themen dieser Staff Weeks, die sich an Mitglieder von Hochschulen richten und meist an Universitäten durchgeführt werden.
Sprachkurse und Staff Weeks bieten nebenbei die Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen. Wem das nicht individuell genug ist, der kann bei einer ausländischen Einrichtung auch eine Hospitation, neudeutsch Job Shadowing, machen.
Die pauschale Förderung im Rahmen von Erasmus+ liegt länderabhängig bei 140 bis 180 EUR je Tag sowie einem Reisekostenzuschuss zwischen 180 und 375 EUR.
Wenn Sie Interesse haben, finden Sie Details und das Antragsformular unter Personalmobilität auf der HSZG-Webseite oder hier.
Nach 22 Jahren zog es mich wieder einmal nach Dublin, dort war ich schon 1999 zweimal zum Englisch-Sprachkurs. Die Organisation war denkbar einfach, da von der gewählten Sprachschule auch die Unterkunft besorgt wurde. Ziemlich einfach war auch die Beantragung der finanziellen Förderung über das mobility online Portal.
Dort sieht man anhand des workflows die Schritte, die zu tun sind und bekommt die dazugehörigen Formulare zum Ausfüllen jeweils zugeschickt. Das ist keine Hürde und es lohnt sich, denn mit dem ERASMUS+-Stipendium kann man die zusätzlichen Ausgaben für Flug, Sprachschule, Übernachtung und Leben im Ausland prima bestreiten.
Text: Enrico Plathner