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01. Juni 2015

Internationaler Workshops am 12./13. Juni in Görlitz

"Die Entvölkerung ländlicher Gebiete in Ost-/Ostmitteleuropa: Ursachen, Konsequenzen und Lösungsmöglichkeiten"

Der postsozialistische Transformationsprozess in den Ländern Ost-/Ostmitteleuropas ist auch ein Vierteljahrhundert nach dem gesellschaftlichen Umbruch von 1989/1990 noch nicht abgeschlossen – doch schon steht dieser Region mit der Bevölkerungsalterung die nächste gesellschaftliche Herausforderung bevor. Im Gegensatz zu den westeuropäischen Gesellschaften hat Osteuropa nur wenig mehr als eine Generation Zeit, um sich den sich im Zuge des demografischen Wandels radikal verändernden  gesellschaftlichen Bedingungen einer rasch alternden Gesellschaft zu stellen. Sind gegenwärtig Deutschland und Italien die am stärksten gealterten Gesellschaften Europas mit mehr als 20 Prozent 65-jähriger und Älterer, so wird ihnen Osteuropa in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts diesbezüglich den Rang ablaufen: 2060 werden 36% der lettischen, 35% der rumänischen und mehr als 34% der polnischen Bevölkerung 65 Jahre und älter sein, verglichen mit einem knappen Drittel in Deutschland (Eurostat, 2011).

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Anpassungsprozess in Osteuropa sind denkbar ungünstig: Während Westeuropa wohlhabend wurde und umfassende sozialpolitische Systeme aufbauen konnte bevor es alt wurde, wird Osteuropa alt werden bevor es die Gelegenheit hatte, wohlhabend zu werden und adäquate sozialpolitische Systeme aufzubauen. Hinzu kommen inzwischen zwei Jahrzehnte niedriger Geburtenraten und massiver Abwanderung der jüngeren Generation. Dies betrifft in besonderem Maße die ländlichen Gebiete in Ost- und Ostmitteleuropa, in denen ganze Landstriche zunehmend entvölkert werden.

"Die Entvölkerung ländlicher Gebiete in Ost-/Ostmitteleuropa: Ursachen, Konsequenzen und Lösungsmöglichkeiten" ist das Thema eines internationalen Workshops, der am 12./13. Juni 2015 an der Fakultät für Sozialwissenschaften gemeinsam vom Oxford Institute of Population Ageing, University of Oxford, und dem Forschungs- und Lehrbereich Soziale Gerontologie veranstaltet wird. Basis der langjährigen Zusammenarbeit ist das Forschungsnetzwerk EAST – „Eastern-European Ageing Societies in Transition“ -

undefinedwww.ageing.ox.ac.uk/research/regions/europe/east

- das vor zehn Jahren von Prof. Dr. Hoff in Oxford gegründet und seit 2011 von Dr. George Leeson, Co-Director des Oxford Institute of Population Ageing, weiter geführt wird. Führende Wissenschaftler/-innen renommierter Universitäten und Forschungsinstitutionen aus Bulgarien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Serbien, Slowenien, Tschechien, Ungarn sowie Großbritannien und dem früheren Ost- und Westdeutschland werden zu diesem Thema Vorträge halten. Konferenzsprache ist Englisch.

Nähere Details entnehmen Sie bitte dem beigefügten Programm. Sie sind herzlich eingeladen, an dieser Konferenz teilzunehmen. Um die Teilnehmerzahlen insbesondere für das Catering kalkulieren zu können, wird bis zum 8. Juni um Anmeldung bei Katja Knauthe k.knauthe(at)hszg.de gebeten.

<media 27431 - download "TEXT, Final Programme EAST Workshop Goerlitz 11-13 June 2015, Final_Programme_EAST_Workshop_Goerlitz_11-13_June_2015.pdf, 314 KB">undefinedFlyer zum Download</media> (pdf)


Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Hoff

Professor für Soziale Gerontologie

undefinedFakultät für Sozialwissenschaften

Tel.: 03581/4828186

E-Mail: a.hoff(at)hszg.de