Die Veranstaltungsreihe zum Thema GREENING in der Landwirtschaft startete am 29.11.21 ONLINE – diese soll zeigen, was EFA – Flächen (Ecological Focus Areas) für Umwelt- und Naturschutz leisten können.
Konventionell wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe sind verpflichtet, sofern sie eine Umweltprämie erhalten, einen Anteil ihrer Anbaufläche als EFA – Flächen auszuweisen. Dafür haben sie verschiedene Möglichkeiten mit unterschiedlicher, anrechnungsfähiger Wertigkeit.
Die erste Veranstaltung beschäftigte sich mit Untersaaten, welche zusammen mit einer Hauptfrucht auf das Feld ausgebracht werden. Prof. K. Schmidtke (HTW Dresden, derzeit Direktor Forschung und Innovation FIBL Schweiz) stellte die vielfältigen agrarökologischen Leistungen von Untersaaten vor, wie z.B. Erosionsschutz, Beikrautregulierung, Bereitstellung und Schutz vor Auswaschung von Nährstoffen oder die Anreicherung von organischer Substanz im Boden. Deutlich wurde jedoch auch, dass die Untersaaten Konkurrenten um Ressourcen für die Hauptfrucht darstellen und es daher ein hohes Maß an ackerbaulicher Erfahrung erfordert, damit diese Konkurrenzsituation vermieden und die positiven Wirkungen der Untersaat ausgenutzt werden können.
Aus der Praxis berichtete Markus Neumann von der Agrarbetriebsgemeinschaft Kiesdorf/Dittersbach GbR. Er untersuchte im Rahmen seiner Meisterarbeit u.a. produktionsbiologische Parameter, welche er auf 3 Vergleichsflächen, bestellt mit der frostempfindlichen Leguminosen-Untersaat RapsPro, erfasste. So konnte auf einer Fläche ein Mehrertrag von 1,5dt/ha sowie auf allen Flächen eine Steigerung des Ölgehalts von 1% beobachtet werden. Weiterhin verblieben hohe Gehalte an mineralischem Stickstoff nach der Ernte im Boden zurück, welche es durch die Folgekultur effektiv auszunutzen gilt.
Tristan Schirok (HSZG) konzentrierte sich in seinem Vortrag vor allem auf die Effekte der Untersaat RapsPro auf bestimmte Insektenvorkommen, welche er im Rahmen seiner Praxissemesterarbeit untersuchte. Aus den Ergebnissen von Gelbschalenfängen auf den 3 Testflächen geht hervor, dass tendenziell mehr Insektenbiomasse, weniger Rapsschädlinge und mehr natürliche Feinde der Schädlinge in den Fallen auf den Flächen mit Untersaaten vorkamen.
Betriebswirtschaftlich gesehen war jedoch die Rapsuntersaat nur auf einer der untersuchten Flächen kostendeckend, was zukünftig kostenneutraler gestaltet werden könnte, wenn die Aussaat gemeinsam mit der Hauptkultur erfolgt und so ein zusätzlicher (umweltbelastender) Arbeitsschritt zum Ausbringen der Untersaat eingespart wird.
Christiane Dittrich (HSZG) zeigte, dass die Untersaaten bei Nutzung als EFA - Flächen im Rahmen des Greenings sehr gute betriebswirtschaftliche Ergebnisse erzielen, sofern bestimmte Auflagen eingehalten werden, wie das Unterlassen der üblichen Nacherntebehandlung mit Herbiziden zur Bekämpfung von Ausfallraps. Die Bilanz weiter verbessern können die Einsparungen von Pflanzenschutzmitteln und mineralischen N-Düngern. Positive Wirkungen auf die Nachfolgekultur und die Bodenfruchtbarkeit, sowie klimarelevante Aspekte, wie die verstärkte Kohlenstoffbindung, bleiben in der Bilanz noch unberücksichtigt.
Mittelfristig können Untersaaten, vor allem unter dem Aspekt des Verbots von Pflanzenschutzmitteln (z.B. Glyphosat geplant ab 2024) und der Nutzung neuer Untersaatmischungen, welche auf die Reduzierung des Schädlingsbefalls z.B. durch Duftstoffe nach dem Prinzip der Biofumigation setzen, im konventionellen Anbau an Bedeutung gewinnen.
Die Präsentationen der Veranstaltungsreihe stehen zum Download bereit.