Gastbeitrag von Adrien Houget: Ich komme aus Frankreich und habe Germanistik und Slawistik im Bachelor an der Universität von Nantes studiert. Ein Erasmusjahr hatte ich schon im Rahmen meines fünften und sechsten Semesters in Rostock gemacht, das ich erfolgreich und mit vollen schönen Erinnerungen beendet habe.Dann habe ich mich für einen Master im Bereich Kulturvermittlung und internationale Kommunikation an der Universität von Nantes entschlossen, da sollten wir wiederum ein Erasmussemester machen. Die Wahl lag zwischen vier Städten: Düsseldorf, Saarbrücken, Graz und Görlitz – mit einer Besonderheit aber für die letztere, denn es gab die Möglichkeit, eine Doppelmaster zu absolvieren. Durch eine enge Partnerschaft zwischen der Fakultät von Germanistik in Nantes und der Fakultät Kultur und Management in Görlitz wurde mein Semester bei der Hochschule nicht als Erasmus gezahlt, sondern als Teil ein Masterprogramm mit den folgenden Schwerpunkten: Kulturvermittlung, Kommunikation, Kulturmanagement und mit einer Spezialisierung in Kulturpolitik. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, alle Einzelheiten des Kulturbereiches umzufassen. Außerdem war die Lage der Stadt im Herzeuropa ein Vorteil, denn in einem Radius von drei Stunden um die Stadt sind Großstädten Zentraleuropas: Dresden, Leipzig, Berlin, Wroclaw, Prag. Für jemanden, der reisen mag ist die Lage wunderbar. Görlitz, als östlichste Stadt Deutschlands befindet sich direkt an der Grenze von Polen, was für mich sehr attraktiv war – es war nämlich eine Gelegenheit die Sprache zu lernen und meine Erkenntnisse in Slawistik zu vertiefen. Außerdem war es günstiger da zu leben, denn die Preise in Polen sind deutlich niedriger, als in Deutschland und vor allem als in Frankreich.[caption id="attachment_102" align="alignleft" width="206"]
Berzdorfer See[/caption]Nach einem Praktikum bei dem Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen, das ich dennoch parallel zum Studium fortgesetzt habe, bin ich in das Zentrum der Stadt und nicht weit entfern von der Hochschule (ungefähr 15-20 Minuten zu Fuß) umgezogen. Ich könnte leicht in der Stadt herumspazieren gehen und bin mehrmals in die polnische Seite Zgorzelec gegangen.An der Hochschule folgte ich genau dasselbe Programm, wie meine Kollegen im Masterstudiengang „Kultur und Management“, sogar mehr, denn ich hatte eine Spezialisierung in Kulturpolitik. Die Schwierigkeiten lagen bei meinem Sprachniveau und den Fachbegriffen, die häufig von den Professoren benutzt wurden. Ich habe das aber schnell überwunden. ich sollte viel arbeiten, denn ich sollte gleichzeitig das Programm folgen, ein Praktikum machen – alles in einer Fremdsprache - und eine Masterarbeit für die Uni von Nantes schaffen.Ich habe dennoch die Möglichkeit gehabt, an den kulturellen Aktivitäten, die die Stadt angeboten hat, teilzunehmen und enge Freundschaften zu knüpfen. Görlitz soll eine kleine Stadt sein – und viele sagen gerne, dass hier nicht los ist – man kann hier wirklich viel Spaß haben! Gefördert durch: