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30. Januar 2026

„Ein Wohnzimmer für alle“ – Wie Studierende das House of Managers 2026 in Görlitz gestalteten

Studierende gestalten Hochschule als Erlebnisort

Ein inspirierender Rückblick auf ein Lehrprojekt, das Hochschule neu denkt

Autor: Sebastian Benad

Görlitz, Januar 2026 – Wie sieht Hochschulkultur aus, wenn sie nicht top-down gestaltet wird, sondern von Studierenden selbst? Wenn Theorie nicht nur angewandt, sondern gemeinschaftlich erlebt wird? Das House of Managers 2026 (HoM26) war mehr als eine gelungene Veranstaltung – es war der sichtbare Ausdruck innovativer, studierendenzentrierter Lehre an der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften der Hochschule Zittau/Görlitz.

Konzipiert, geplant und umgesetzt wurde das Event im Rahmen mehrerer Module aus verschiedenen Studiengängen – von Tourismusmanagement bis Kultur und Management. Unterstützt durch ein Startnext-Crowdfunding und begleitet von Lehrenden verschiedener Fachrichtungen, wurde das HoM26 zu einem eindrucksvollen Beispiel für modul- und studiengangsübergreifende Projektarbeit mit Wirkung.

Collage aus drei Fotos eines bunt beleuchteten Veranstaltungsraums mit Bühne: Links ist der Saal von einer erhöhten Perspektive zu sehen, mit Reihen orangefarbener Stühle, Tanzfläche mit grüner Lichtprojektion und einer Bühne mit mehreren bunten Sesseln und einem kleinen runden Tisch, darüber Scheinwerfer und Diskokugeln. Rechts oben steht eine Person auf der Bühne und spricht vor einem sitzenden Publikum, hinter ihr zeigt eine Leinwand ein buntes „Kuma Show“-Logo. Rechts unten ist die Bühne näher herangezoomt, auf der Leinwand steht groß „4. Alle Ideen sind willkommen!“, während eine Person mit Mikrofon am rechten Bildrand spricht.

Vom Modul zur Bühne – wenn Lehre Wirklichkeit wird

Die Idee für das House of Managers 2026 entstand nicht am Reißbrett eines Organisationsteams, sondern direkt aus der Lehre heraus: Studierende des Studiengangs Tourismusmanagement entwickelten im Rahmen des Eventmanagement-Kurses im 5. Semester das Veranstaltungskonzept – von der Dramaturgie über das Raumdesign bis zur Ablaufplanung.

Zeitgleich übernahmen Studierende des 1. Semesters Kultur und Management im Modul Projekt- und Eventmanagement konkrete Umsetzungsschritte. In internen Arbeitsgruppen planten sie:

  • die Bühnenmoderation und dramaturgische Gestaltung,
  • den Escape Room als kooperatives Spielkonzept,
  • die Musik- und Kreativangebote,
  • alle Elemente der Logistik, Technik und Sicherheit,
  • sowie PR, Kommunikation und Interaktion.

Begleitet wurde das Projekt von Lehrkräften beider Studiengänge, die ihre Rolle bewusst erweiternd verstanden: nicht nur als Prüfende, sondern als beratende Coaches in einem dynamischen Entwicklungsprozess.

Was auf dem Papier begann, wurde zur gelebten Praxis: Verantwortung wurde übernommen, Rollen verteilt, Ideen konkretisiert und Herausforderungen gemeinsam gelöst.

Das Ergebnis: ein Nachmittag, an dem das Görlitzer Nostromo – eine alternative Veranstaltungslocation mit subkultureller Prägung – zum echten „Fakultäts-Haus“ wurde: mit Wohnzimmer, Küche, Hobbykeller, Kinderzimmer und Bar. Mit Bühnenprogramm, Musik, Kreativräumen, einem eigens konzipierten Escape Room – und vor allem: mit echter Begegnung auf Augenhöhe.

Collage aus vier Fotos einer Jugendveranstaltung: Oben links sitzen vier Personen in Sesseln auf einer Bühne und führen ein Talkshow-Gespräch, im Hintergrund eine große Leinwand mit Retro-TV-Grafik und eingeblendetem Gastnamen. Oben rechts steht eine Person mit Rucksack vor einer großen weißen Pinnwand mit der Überschrift „Kreativwand“ und beschriftet oder bemalt sie mit Stift, rundherum sind bereits viele kleine Zeichnungen und Notizen zu sehen. Unten links hängt eine junge Frau an einer Kleiderstange in einer Ecke mit warmem Licht verschiedene Kleidungsstücke auf, darüber ein Schild, das auf eine Kleidertauschbörse hinweist. Unten mittig stehen mehrere Personen im Gegenlicht vor einer Leinwand mit der Aufschrift „Preisverleihung“ und halten gut sichtbar große Geschenktüten oder Preise in die Höhe.

Digitale Innovation trifft Finanzrealität – Praxis mit Haltung

Auch die digitale Infrastruktur und Finanzierung des Events waren integrale Bestandteile der Lehre. Im Digitalisierungsmodul (5. Semester Kultur und Management) entwickelten Studierende die begleitende Event-App: Sie bündelte Informationen zu Stationen, Zeitplan, Raumzonen und interaktiven Aktionen – und wurde während der Veranstaltung rege genutzt.

Gleichzeitig entstand im Finanzierungsmodul desselben Studiengangs eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext, die nicht nur finanzielle Mittel einbrachte, sondern auch die Community aktivierte: Lehrende, Mitstudierende, Ehemalige, Familienangehörige und Unterstützende aus der Region trugen dazu bei, das Projekt zu ermöglichen. Die Kampagne stand unter dem Motto „we are family – fühl dich wie Zuhause “ – ein Versprechen, das eingelöst wurde.

Ergänzt wurde dieses Angebot durch den begleitenden Instagram-Kanal, der bereits im Vorfeld Einblicke in Konzept und Planung gab, Beteiligungsmöglichkeiten kommunizierte und über Stories und Posts zur Mitgestaltung einlud. Auch nach dem Event bleibt der Kanal ein Ort für Rückblicke, Inspiration und Austausch.

Collage aus vier Fotos vom Abschluss einer Jugendveranstaltung in einem Clubraum: Oben links steht ein junger Mann auf der Bühne vor einer großen Leinwand und spricht ins Mikrofon, im Vordergrund sitzt ein Publikum auf roten Stühlen im violett-blauen Scheinwerferlicht. Oben rechts sitzen und stehen viele Jugendliche an Tischen in einem gedämmten Raum, vertieft in Gespräche, im Vordergrund ist unscharf ein gelber Lampenschirm zu sehen. Unten links posieren vier Jugendliche nebeneinander auf der Bühne vor einer Leinwand mit der Aufschrift „Abschied“, einige halten Blumensträuße in der Hand. Unten mittig steht eine Tischtennisplatte in einem Nebenraum mit orangefarbener Wandbeleuchtung und Diskokugel an der Decke, daneben sind Jugendliche in Bewegung und auf einem Tresen stehen gefüllte Gläser mit Saft.

Ein Wohnzimmer, das verbindet – und gemeinsame Maßstäbe setzt

Was bleibt? Sicherlich viele Erinnerungen – an den gemeinsamen Line Dance, den Nervenkitzel im Escape Room, das herzliche Miteinander an der Bar. Aber auch: ein Beweis dafür, wie wirksam projektbasierte Lehre sein kann, wenn sie Verantwortung überträgt und Studierenden echten Gestaltungsspielraum gibt.

Das House of Managers 2026 verkörpert in idealtypischer Weise die Ziele der Fakultät F-MK: interdisziplinär, praxisnah, kreativ und inklusiv. Es zeigt, was möglich wird, wenn Lehre nicht nur Wissen vermittelt, sondern Räume schafft, in denen sich Persönlichkeit, Perspektiven und Profession entfalten können.

Dank der kollegialen Zusammenarbeit zwischen Lehrenden verschiedener Fachrichtungen und der engen Verzahnung von Theorie und Praxis wurde das House of Managers zu einem großartigen Lehrprojekt – mit Wirkung über den Tag hinaus.

Ansprechperson:

Sebastian Benad
M.A.
Sebastian Benad
Fakultät Management- und Kulturwissenschaften
02826 Görlitz
Parkstraße 2
Gebäude G VII, Raum 202
1. Obergeschoss
+49 3581 374-4557