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13. Januar 2020

Drei Monate auf Bali

Im vergangenen Jahr absolvierte ich ein dreieinhalb monatiges Auslandssemester auf Bali, an der Udayana University. Dieser Auslandsaufenthalt ist Teil meines Masterstudiums im Fach Internationales Tourismusmanagement, an der Hochschule Zittau/Görlitz.

Erfahrungsbericht zum DAAD-PROMOS-Stipendium
Grund des Aufenthaltes: Auslandssemester
Aufenthaltsland: Indonesien
Institution: Udayana University
Studiengang: Economics and Business
Aufenthaltszeitraum: 02.09.2019 – 18.12.2019


Im vergangenen Jahr absolvierte ich ein dreieinhalb monatiges Auslandssemester auf Bali, an der Udayana University. Dieser Auslandsaufenthalt ist Teil meines Masterstudiums im Fach Internationales Tourismusmanagement, an der Hochschule Zittau/Görlitz. Das Studium beinhaltet ein Pflicht-Auslandssemester. Für mich war schnell klar, dass ich dieses gerne auf Bali absolvieren möchte, denn das ist eine einmalige Chance.

Bevor solch eine große Reise tatsächlich Wirklichkeit wird, bedarf es einer guten Vorbereitung.


Zunächst musste ich mich für ein Studienprogramm entscheiden. Meine Wahl fiel auf Studies Network, da schon zahlreiche Studenten von meiner Hochschule vorher, dieses Programm gewählt hatten. Zudem sprachen mich die angebotenen Fächer an.
Ist die Wahl getroffen folgt der Bewerbungsprozess. Studies Network gestaltet diesen sehr benutzerfreundlich. Ich füllte das Online Anmeldeformular aus und fügte die notwendigen Unterlagen, ein Motivationsschreiben und ein Passfoto, hinzu.
Hierbei treten das erste Mal Kosten auf, die Registrierungsgebühr. Die Kosten und die Finanzierung dieser, dürfen bei solch einem großen Vorhaben niemals aus den Augen gelassen werden. Man muss sich vorher im Klaren darüber sein, ob und wie man seinen Aufenthalt finanzieren kann.


Innerhalb von 10 Tagen, nach absenden des Anmeldformulars, erhielt ich von Studies Network die Zulassung.
Erst jetzt können alle weiteren Details angegangen werden.
Zunächst die Finanzierung: Ich habe mich für das DAAD-Promos-Stipendium beworben und zudem Auslands-Bafög beantragt. Beides habe ich letztendlich erhalten und dennoch hatte ich am Ende eine hohe Eigenleistung. Dies variiert natürlich bei jedem einzelnen.
Im nächsten Schritt habe ich Flüge und Unterkunft gebucht und angefangen mich Impfen zu lassen. Auch hier sollte man sich vorher gut informieren, was man wirklich für Impfungen benötigt. Empfehlen kann ich dazu das Tropeninstitut und das Robert Koch Institut. Zudem
ist zu beachten, dass man rechtzeitig damit anfangen muss, da manche Impfungen mehrere Dosen benötigen oder erst nach einer bestimmten Zeit wirken.


Des Weiteren muss man sich mit Versicherungen beschäftigen. Ich habe, zu meinen bestehenden Versicherungen, eine Auslands-Langzeit-Krankenversicherung beim ADAC abgeschlossen.
Außerdem benötigte ich ein Visum. Das konnte ich jedoch erst beantragen, nachdem ich die Studiengebühren bezahlt hatte und damit die offizielle Immatrikulationsbescheinigung erhielt. Für das Visum mussten zahlreiche Dokumente ausgefüllt und beigelegt werden. Die Unterlagen habe ich dann per Post zur Indonesischen Botschaft in Berlin gesendet. Nach gut einer Woche erhielt ich meinen Pass mit Visum zurück. Vor Ort in Bali musste ich das Visum noch zweimal verlängern lassen, was wiederum mit Kosten verbunden war.


Was zudem sehr wichtig war, ist eine Kreditkarte, ohne die man nicht weit kommt. Hier gibt es zahlreiche Varianten und jeder muss für sich die geeignete finden.


Von meiner Heimathochschule musste ich dann nur noch das Learning Agreement ausfüllen lassen und dann konnte es los gehen.
Sechs Tage bevor das Semester offiziell startete, landete ich in Denpasar, der Hauptstadt von Bali. Von da aus ging es mit einem, von Deutschland aus gebuchten, Transfer in mein neues zu Hause für die nächsten Monate. Ich hatte mich für ein kleines Apartment entschieden, 15 Minuten von der Uni entfernt. Es ist relativ einfach Unterkünfte zu finden und zu buchen, dank der Website „Auslandssemester Bali“.


Ich war überwältigt von den ersten Eindrücken in diesem neuen Land und in der für mich fremde Kultur - Der viele Verkehr, die Landschaft, der Müll, der Smog, aber auch die wahnsinnig netten Menschen.
In den ersten Tagen gewöhnte ich mich ein und orientierte mich. Ich mietete einen dort lebenswichtigen Motorroller und erwarb eine indonesische SIM Karte, welche überall bestes Internet Netz ermöglicht. Zudem fing ich an, die atemberaubende Natur zu entdecken. Wichtig ist es auch, sich am Anfang darüber zu informieren, wo man sicher Geld abheben kann. Am besten eignen sich dazu richtige Banken. Vom Geldumtausch wird aufgrund der zahlreichen Betrugsvorfälle abgeraten.


Schon nach wenigen Tagen fand, noch vor offiziellen Semesterstart, eine Willkommensfeier von Studies Network statt. Es war ein geselliger Abend, an dem man sich untereinander kennen lernen sollte, aber uns auch viele Informationen rund um Land und Leute gegeben wurden.
Zwei Tage später starte dann offiziell das Semester in einem großen Auditorium der Universität. Die Veranstaltung ging über mehrere Stunden und beinhaltete viele relevante Themen. Viele Personen wurden uns vorgestellt, sowie die Regeln der Uni. Der Stundenplan wurde vorgestellt, die Anwesenheitspflicht erklärt.


Außerdem wurden die Aufgaben der Empowerment Teams erläutert. Das sind Projektgruppen, in welchen man aktiv mitarbeitet. Die Teamzusammenstellung erfolgt anhand der Präferenzen, welche im Bewerbungsprozess mit angegeben wurden. Ich war im Team Exkursion Marketing. Jede Woche Donnerstag fanden Exkursionen statt und unser Team musste mindestens zwei davon selbst organisieren. Diese Aufgabe war eine größere Herausforderung als Gedacht, da die Wünsche von so vielen berücksichtigt werden mussten und zahlreiche Studenten auch nicht noch mehr Geld ausgeben wollten. Aber letztendlich haben wir zwei schöne und abwechslungsreiche Exkursionen auf die Beine gestellt.


In meinem Master Kurs wurden folgende Fächer angeboten: Business Economics, Global Project Management, Global Service Marketing, Multinational Entrepreneurship, Intercultural Management und Intercultural Leadership. Ich habe alle Fächer belegt, obwohl mir nur fünf der sechs angerechnet werden können. In fast allen Fächern erhielten wir Skripte oder Lernmaterialien. Diese waren aber zum Teil sehr veraltet und stimmten mit dem eigentlichen Unterricht nicht mehr überein.


Ab dem zweiten Tag waren die Masterstudenten in hauptsächlich zwei Räumen des Internationalen Campus der Universität untergebracht, welcher aus mehreren Gebäuden besteht. Einige dieser Gebäude waren jedoch gerade im Bau. Auf diesem Campus waren noch andere Studienprogramme untergebracht. Zudem gab es ein kleines Campus Cafe. Unterricht war von Montag bis Mittwoch, meist von 9 Uhr bis 14 Uhr.

Oftmals haben wir viel auf die Dozenten gewartet, was meist am Verkehr lag oder der teilweisen Fehlplanung. Es kam vor, das sie gar nicht kamen weil sie bei einer Zeremonie waren. Dies ist ein gutes Beispiel wie allgegenwärtig die Religion auf Bali ist. Ständig findet irgendwo eine Zeremonie statt, es wird festlich geschmückt und es ertönen lautstarke traditionelle Töne. Auch an der Kleidung vieler Balinesen erkennt man oftmals, ob diese wieder ein Fest haben. Beeindruckend finde ich, dass auf diesem kleinen Fleckchen Erde es drei der Weltreligionen schaffen, friedlich miteinander zu leben. Die Mehrzahl der Bevölkerung auf Bali ist Hinduistisch, es gibt jedoch auch zahlreiche Muslime und einige Christen.
Der Unterricht ist wie überall auf der Welt sehr Lehrer abhängig.


In Business Economics hat der Dozent uns hauptsächlich Vorlesungen über die Wirtschaft in Süd Ost Asien gehalten. Zudem haben wir in Gruppen Vorträge zu verschiedenen wirtschaftlichen Themen dieser Region gehalten und dazu einen Beleg ausgearbeitet.


Global Project Management war sehr praxisorientiert, was mir gut gefallen hat. Ebenfalls in Gruppen mussten wir uns hier ein soziales Unternehmen auf Bali suchen, mit welchem wir ein Projekt planen und bestenfalls durchführen.


In Global Service Marketing hatten wir, für meine Empfinden, die kompetenteste Lehrkraft und dadurch einen guten, lehrreichen und abwechslungsreichen Unterricht.
Allgemein ist noch zu erwähnen, dass der Unterricht auf Englisch war. Alle Lehrkräfte waren Balinesen und zum Teil viel es schwer ihr Englisch zu verstehen.


Was ich sehr schade finde an diesem Programm ist, dass die Klasse nur aus Deutschen besteht, dadurch geht der Internationale Bezug beziehungsweise Austausch sehr verloren.
In den Exkursionen wurde versucht uns Land und Leute näher zu bringen, aber so wirklich durchdacht schien mir das alles nicht.


Am meisten von Bali und seiner Umgebung habe ich in meiner Freizeit entdeckt und insbesondere in den zwei Wochen Ferien, welche in dem Programm inkludiert sind. Die Landschaft, die Kultur und die Menschen sind einfach beeindruckend und einzigartig in meinen Augen.


Abgeschlossen wurde das Semester mit den „Final Exams“. Diese erfolgten zum Teil als Klausur oder als Belegarbeit. Die Abschlussnoten ergeben sich aus diesen Leistungen und erbrachten Zwischenleistungen in jedem Fach.
Abschließend kann ich sagen, dass ich viel für das Leben gelernt habe, jedoch hätte ich mir gewünscht in der Uni etwas mehr zu lernen. Auch der wie schon erwähnte kulturelle Austausch in dem Programm war mir zu gering, beziehungsweise nicht vorhanden. Daher würde ich Bali als Studienort weiterempfehlen, aber Nachfolgern empfehlen sich auch mit anderen Programmen auseinander zu setzten.


Letztendlich bin ich wahnsinnig dankbar für diese unglaubliche Erfahrung, denn ich habe tolle Eindrücke gewinnen können, die ich niemals vergessen werde.