Am 17. Dezember war der Autor Lukas Rietzschel bei der ersten Ausgabe von „Gegenlektüre: Görlitzer Gespräche über Literatur“ in der Aula der HSZG zu Gast. Im Frühling ist die nächste Ausgabe geplant.
Kurz vor dem Jahresende brachen die beiden Görlitzer Literaturliebhaber Professor Raj Kollmorgen und Lukas Rietzschel eine Lanze für das Lesen guter Bücher. Nur diese ausfindig zu machen, ist im Strom der Veröffentlichungen oft ein Unding. Darum brachten die streitfreudigen Diskutanten jeweils 2 Favoriten mit.
Den Abend eröffnete die Hochschulbibliotheksleiterin Frau Rubel. Die Hochschulbibliothek hatte mit Unterstützung des Teams von Saxony5 den Abend in kurzer Vorbereitungszeit engagiert möglich gemacht. Ein extra Dank geht noch an Herrn Jürgen Möldner von der Fakultät S.
In der für viele Menschen oft quirlig-anstrengenden Vorweihnachtszeit, wirkte der Abend wie ein Ausflug in andere Zeiten und Leben, ein Effekt, auf den sich einzulassen, vielen Menschen immer schwerer fällt. Kollmorgen und Rietzschel hatten sich für jedes Buch 15 Minuten Zeit gegeben und hinterließen beim Publikum viel Neugierde auf die ausgewählten Titel. Dank des Engagements der Comenius Buchhandlung konnte der Gabentisch so nach der Veranstaltung noch literarisch ergänzt werden.
Aufgeschlagen wurden der Roman: „Die schönste Version“ von Ruth-Maria Thomas und das Sachbuch: „Adieu, Osteuropa. Kulturgeschichte einer verschwundenen Welt“ von Jacob Mikanowski. Ebenso begeisterten der Roman "Der Platz" der französischen Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux und das Sachbuch "Die demokratische Regression" von Armin Schäfer und Michael Zürn.
Um Jella, eine junge Frau aus der Lausitz, geht in dem für den deutschen Buchpreis nominierten Roman von Ruth-Maria Thomas. Die Protagonistin steht am Anfang des Buches vor den Scherben einer großen Liebe, die mit Händen um ihren Hals und einer Anzeige bei der Polizei endete. Jella fragt sich, wie es so weit kommen konnte, schaut noch einmal genauer hin: auf Kleinstadt und Kiesgruben, Lipgloss und Lidschatten. Auf Freundinnen, die sie durch so vieles trugen. Und auf diesen Moment, in dem Hände sich um ihren Hals schlossen.
Der amerikanische Autor Jacob Mikanowski hat sich auf die Spurensuche nach der Lebensweise seiner emigrierten Familie begeben. Mit „Adieu, Osteuropa. Kulturgeschichte einer verschwundenen Welt“ legte er ein Buch vor, dass die Rezenten abwechselnd als Buch voller Osteuropa Klischees oder gut erzähltem Flickenteppich einer untergegangen Vielfalt der Völker und Religionen, bewerteten.
Wer mehr von Lukas Rietzschel hören und sehe möchte, kann dies bald im Kino seines Vertrauens tun. Die Verfilmung seines Bestsellers „Mit der Faust in die Welt schlagen“ wird ab Anfang April zu sehen sein.
Unter dem Motto „Wissen. Teilen. Entdecken.“ werden Bibliotheken in ganz Deutschland am 4. April 2025 erstmals bundesweit um die Wette strahlen. Mit einem bunten Programm an Veranstaltungen, Workshops, Lesungen und Führungen lädt die Hochschulbibliothek alle Bürger*innen ein, ihre Bibliotheken neu zu entdecken. Eine neue Ausgabe von "Gegenlektüre" ist für diesen Abend geplant.