Gastbeitrag von Sten:
Am 31. August 2015 ging es dann auf die weite Reise nach Bali. Mit viel Gepäck und voller Vorfreude verlief der Flug von Prag nach Bali ohne Probleme.
[caption id="attachment_626" align="alignright" width="300"] Zeremonie[/caption]
Nach dem Erhalt des Gepäckes ging es aus dem Flughafen und dabei kam der erste Kulturschock. Während der Fahrt zu unserer Unterkunft sahen wir das erste Mal den auf den ersten Blick chaotischen Verkehr mit tausenden Rollern und Autos, sowie das permanente Hupen. Da es Nacht war und somit dunkel, sahen wir noch nicht allzu viel von der Umgebung. Nach der ersten Nacht haben wir dann erst einmal unsere Nachbarschaft erkundet. Dabei haben wir die ersten Reisfelder und den Strand gesehen. Es stärkte sich das Bild von Bali als Traumdestination mit schönen Sandstränden, grünen Reisfeldern egal wohin das Auge blickt, zahlreichen Tempeln und glücklichen Menschen. Schattenseiten wie Müllverschmutzung, streunende Hunde und Katzen, Armut usw. gibt es natürlich auch auf Bali.
Der katastrophale Verkehr hatte nach einiger Zeit dann auch ein System, was uns Europäer zunächst etwas komisch vorkommt. Die ersten Wochen sind alle noch etwas ängstlich auf ihren Rollern unterwegs gewesen aber mit der Zeit sind alle sicherer geworden und es sind nicht mehr so viele Unfälle passiert. Ein paar Schrammen und Kratzer hat fast jeder von dem Abenteuer Roller fahren davon getragen. Zur Uni sind wir immer ca. eine halbe Stunde mit dem Roller gefahren. Mit den Rollern haben wir auch die meisten unserer Ausflüge unternommen, wie zum Beispiel in die Mitte der Insel zu den UNESCO-Reisterrassen.
[caption id="attachment_625" align="alignright" width="800"] Exkursion zur Kautschuk Plantage[/caption]
Das Studium an der Udayana Universität war in zwei sechswöchige Vorlesungsblöcke mit einem zweiwöchigen Semester-Break aufgeteilt. Zum Ende des ersten Vorlesungsblocks hatten wir Zwischenprüfungen und die Abschlussprüfungen fanden in der letzten Vorlesungswoche statt. Wir hatten drei Tage (Montag bis Mittwoch) Vorlesungen und Donnerstag bzw. Freitag fand immer eine Exkursion statt. Die Vorlesungen waren auf Englisch, wobei einige Dozenten ein schwerverständliches Englisch gesprochen haben, an welches wir uns erst gewöhnen mussten. Die Dozenten haben die Studenten in den Aufbau der Vorlesungen einbezogen, indem wir Präsentationen und Diskussionen durchführten. Mittwochs kamen immer Referenten aus der Praxis, die über ihre Erfahrungen mit ihren Unternehmen in Indonesien berichteten. Außerdem fanden donnerstags bzw. freitags immer Exkursionen statt, die abwechselnd zu Unternehmen und kulturellen Plätzen stattfanden. Zum Beispiel haben wir eine Kautschukplantage, die Produktionsstätte von Coca Cola und das Hotelresort „Nusa Dua“ besucht. Die Integration der Studenten ist der Udayana Universität sehr wichtig, deswegen wurden die Studenten in Gruppen eingeteilt, in denen sie Ausflüge u.a. organisiert haben. Während des Semesters wurden für einzelne Fächer Assignments angefertigt, welche in die Endnote eingeflossen sind. Außerdem haben wir selbstständig Experteninterviews geführt. Nützlich war das erlernen von Indonesisch, welches wir beim Verhandeln auf den Märkten, bei Polizeikontrollen und überall wo wir mit Englisch nicht weiter gekommen sind, hilfreich einsetzen konnten. Die Abschlussprüfungen fanden an zwei Tagen statt. Zudem haben wir für einige Veranstaltungen Final Assignments angefertigt anstelle einer Abschlussprüfung. Insgesamt hatten wir fünf Lehrfächer: Cross Cultural Management, Tourism Marketing, Global Management Projects, South East Asia Economies und Bahasa Indonesia.
[caption id="attachment_624" align="aligncenter" width="801"] Rollerausflug zu Reisfeldern[/caption]
Während unseres Aufenthaltes haben wir viel über die Kultur Indonesiens gelernt. Wir haben zahlreiche Tempel und Tempelfeste besucht. Die indonesischen Tänze sowie die spezielle Musik sind beeindruckend, besonders durch die farbenfrohen Kostüme. Die Indonesier legen großen Wert auf ihre Religion, überall werden am Morgen Opfergaben für die Götter aufgestellt. Außerdem sind religiöse Feiertage und Feste wichtiger als Arbeit. Wenn z. B. in einem Ort ein Mensch gestorben ist, legt das ganze Dorf am Tag der Beerdigung die Arbeit nieder egal welcher Wochentag ist.
Gemeinsam mit einem Kommilitonen habe ich während unseres zweiwöchigen Semester-Breaks eine Rundreise durch Südostasien unternommen, um noch mehr Eindrücke gewinnen zu können. Wir haben Bangkok in Thailand, Kuala Lumpur in Malaysia sowie Singapur besucht. Diese Rundreise hat uns einen sehr guten kulturellen Einblick vermittelt und unsere Reiselust noch mehr gesteigert. Die Menschen in Südostasien sind alle sehr freundlich und wirken sehr glücklich, obwohl es alles Entwicklungsländer sind und die Menschen hauptsächlich in ärmsten Verhältnissen leben.
[caption id="attachment_623" align="alignright" width="225"] Verabschiedung am letzten Unitag[/caption]
Insgesamt habe ich während meines Auslandssemesters nicht nur fachlich viel dazu gelernt, sondern auch meine interkulturellen Kompetenzen erweitert. Durch das Leben in einer zunächst komplett fremden Kultur öffnete sich mein Blick für andere Lebens- und Denkweisen, was mich in meinem Studium und Leben weiterbringt. Die Menschen in Südostasien leben viel ruhiger als wir Deutschen, sie machen sich nicht so viel Stress, was besonders am Anfang meines Aufenthaltes sehr anstrengend für mich war, da wir z. B. lange Wartezeiten an der Kasse nicht gewöhnt sind.
Ich stand jeder Zeit mit sehr viel Respekt den Balinesen sowie allen anderen Südostasiaten gegenüber und habe dadurch interessante Menschen und deren Geschichten kennengelernt, die mich geprägt und meine Weltoffenheit gesteigert haben. Ich werde in die faszinierende Welt Südostasiens zurückkehren und blicke auf eine prägende und wundervolle Zeit zurück an die ich gern zurückdenke.