Gastbeitrag von Jendrik:Bali? Warum ausgerechnet Bali, die Insel der Götter und Dämonen?Ganz einfach. Bali ist nicht nur die Insel des Pauschaltourismus, der partywütigen Australier und der billigen „Nike“ T-Shirts.Nein, Bali ist viel mehr! Bali ist genauso die Insel der Traumstrände, der Surfer, der MILLIONEN Roller und der alternativen Lebensart. Landschaftlich und kulturell ist Bali ein außergewöhnliches Erlebnis. Die einzige aus über 17.000 Inseln des weltweit größten muslimischen Staates (Indonesien), welche durch den Hinduismus geprägt ist, hat von Dschungel, über weiße Sandstrände, bis hin zu Vulkanen und riesigen grünen Reisterrassen einiges zu bieten. Bali ist kulturell und religiös einzigartig.Bali ist nicht nur eine Insel, Bali ist ein Lebensgefühl und eine Lebenseinstellung. Einerseits trifft man die etwas alternativen Aussteiger der westlichen Welt, welche einem die Zeit auf Bali sehr angenehm und einfach gestalten. Neben vielen veganen und „Healthy Food“ Restaurants bieten sie eine Menge luxuriöser Villen und Unterkünfte, welche einem unbeschwertes Leben auf europäischen Standard ohne weiteres ermöglichen.
Im krassen Kontrast dazu die hinduistische Religion und Kultur der Balinesen, welche sich aus materiellen Werten genauso viel macht, wie wir Deutschen uns aus Göttern und Dämonen, dem Lebensinhalt der Balinesen. Was auf Bali zählt ist die Familie, die Gemeinschaft und der Glauben. In einem Dorf steht das Gemeinwohl über allem anderen. Jeder einzelne des Dorfes ist ein gleichwertiges Mitglied der Gemeinschaft und hat seinen Teil dazu beizutragen, egal ob es der einfache Reisbauer, der Hochschulprofessor oder ein reicher Investor ist. Jeder wird beim Bau der Straße zum dorfeigenem heiligen Tempel benötigt und ist ebenso bei jeder der vielen Zeremonien anzutreffen, egal ob jung oder alt. Die Balinesen, insbesondere die Frauen, verbringen einen Großteil Ihres Lebens damit, den Göttern Opfergaben zu bringen und sie dadurch zufriedenzustellen.
Meist zeigt sich das dadurch, dass gefaltete Bananenblätter gefüllt mit Blumen, Keksen, Zigaretten oder auch Geld in den eigenen Haustempel, auf die Straße oder vor dem Geschäft von traditionell gekleideten Hindus ablegen werden. So werden Gegenstände und Orte geweiht, beschützt und vor bösen Dämonen bewahrt.Sehr gewöhnungsbedürftig hingegen ist der Verkehr auf Bali.Nicht nur an das Fahren auf der linken Seit muss man sich gewöhnen. Tausende Roller und einige Autos und Motorrädern drängen sich über die viel zu engen Straßen. Wer nach Verkehrsregeln bzw. Schildern sucht wird wohl kaum fündig werden. Die wichtigste Regel im balinesischen Verkehr ist: Es gibt keine Regeln. Spurlinien sind Zierde der Straße und werden grundsätzlich ignoriert. Gefahren und überholt wird dort wo Platz ist. Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es höchstens an den vielen, meist völlig sinnlosen Baustellen, die den ohnehin schon stockenden Verkehr, oft über Kilometer zum erliegen bringen. Wenn eine Ampel auf Rot schaltet, heißt es noch lange nicht, dass angehalten werden muss. Es wird mindestens so lang weiter gefahren, bis die Verkehrsteilnehmer der anderen Straßenseiten beginnen die Kreuzung zu überqueren. Wenn keine Ampel vorhanden ist hat immer der Vorfahrt, der am schnellsten und selbstbewusstesten in die Kreuzung fährt.Die wichtigste Funktion eines Rollers auf Bali ist die Hupe. Allerdings wird die Hupe nicht wie in Deutschland dafür verwendet, um den Ärger über das Fehlverhalten eines anderen Ausdruck zu verleihen.
Vielmehr wird mit einem Hupen auf sich aufmerksam gemacht und signalisiert, dass man gleich ein waghalsiges Überholmanöver durchführt wird. Der Roller ist das Gefährt für jede Gelegenheit und jedes Wetter. Er dient sowohl als einfaches Fortbewegungsmittel, aber auch als praktische Transportmöglichkeit. Von Tieren über Kühlschrank, Baumaterialien und Werkzeuge wie Leitern bis hin zu dem Transport von Großfamilien ist der Roller multifunktional einsetzbar. Personenbegrenzungen auf einem Roller gibt es selbstverständlich nicht.Die Teilnahme am Straßenverkehr ist nichts für schwache Nerven!Steuert man einen der vielen traumhaften Strände Balis an, muss man nicht lange überlegen, um den Grund zu finden, warum die meisten Touristen Bali besuchen. Wellen! – große, kleine, grüne, weiße. Bali hat alle zu bieten. Von der Anfängerwelle am Sandstrand bis hin zur Welle am Riff ist für jeden Surfer oder den der es mal werden will, die richtige Welle dabei. Der klassische Surfer ist an seinen langen Haaren, den braungebrannten, durchtrainierten und tätowierten Körper zu erkennen. Meistens ist er mit einem Surfboard unterm Arm im Laufschritt Richtung Meer unterwegs oder quält sich völlig erschöpft aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht aus dem Meer wieder Richtung Strand.Surfen kann man auf Bali schon fast als den Nationalsport bezeichnen. Fast jeder junge Balinese besitzt mindestens ein Surfboard und ist fast täglich im Wasser anzutreffen.
Mein Name ist Jendrik Maschke, 23 Jahre alt, Kultur und Management Student in Görlitz.Anfang September des Jahres 2015 machte ich mich von München über London und Hong Kong auf den Weg nach Denpasar, der Hauptstadt Balis, um dort mein Auslandssemester an der Udayana University zu absolvieren. Dort angekommen hatte ich noch etwas mehr als eine Woche um mich zu akklimatisieren und alles Restliche wie Wohnung, Roller usw. zu organisieren.Mitte September begann dann das eigentliche Studium. Ich lernte alle meine Kommilitonen kennen und musste mit erschrecken feststellen, dass es ausschließlich deutsche Studenten waren und wir keine Veranstaltungen mit den einheimischen Studenten gemeinsam haben werden. Ebenfalls erstaunt war ich darüber, dass wir bereits am ersten Tag unsere Abschlussfotos machten.
Sehr schnell wurde mir klar, dass das Studium auf Bali deutlich anders ablaufen würde als die bisherigen Semester in Deutschland.Der Stundenplan gab vor das von Montag bis Mittwoch an der Universität studiert wird und donnerstags Exkursionen in Unternehmen oder zu Sehenswürdigkeiten stattfinden sollten. Täglich wurde Bahasa Indonesia, die offizielle Landesprache Indonesiens gelehrt. Des Weiteren besuchte ich Kurse wie: Cross Culture Management, Marketing, Finance und Investment. Alle Lehrveranstaltungen wurden auf Englisch gehalten. Doch da einige Dozenten und Professoren sehr schlecht Englisch sprachen waren einige Veranstaltungen durch Kommunikationsprobleme gezeichnet.Wenn ich nicht in der Uni war, verbrachte ich viel Zeit damit, die Insel mit dem Roller zu erkunden, oder in den Wellen Balis meine Surffähigkeiten auszubauen.Bali ist nicht nur als Insel faszinierend zu erkunden und zu durchqueren, sie stellt ebenso den perfekten Ausgangspunkt für Reisen auf andere Inseln Indonesiens und andere Länder Asiens dar.Während zweiwöchiger Semesterferien bereiste ich die Nachbarinseln Balis. Ich bestieg den zweithöchsten Vulkan Indonesiens, Rinjani mit 3726m Höhe, der nur vier Tage nachdem ich den Gipfel erklommen hatte ausbrach, machte eine viertägige Bootstour, besuchte die fast ausgestorbenen Komodowarane, welche die größten noch lebenden Echsen der Welt sind und tauchte an meinem persönlichen Lieblingsspot und einem der weltbesten Tauchriffe.
Nach erfolgreicher Beendigung meines Auslandsemesters auf Bali Mitte Dezember, hatte ich noch knapp zwei Monate eingeplant, in denen ich Zeit hatte Südostasien zu bereisen.Von
Bali startete ich über Singapur, der modernste Stadt (Stadtstaat) die ich je gesehen habe, nach Kula Lumpur (Malaysia), wo ich im Schatten der berühmten Petronas Towers Silvester feierte.
Von dort flog ich in den Vietnam, den ich von Süden nach Norden in zweieinhalb Wochen mit Bus und Motorrad durchquerte. Anschließend verbrachte ich zwei Wochen auf besonders schönen Inseln der Philippinen, wo ich mich ganz dem Surfen, Motorradfahren und Tauchen mit Waalhaien und Threshersharks widmete.Ich durfte Menschen einer lebendigen und frohen Kultur kennenlernen, die mein Weltbild verändert und meinen Horizont erweitert haben.