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06. April 2017

Auf den Lehrer mit Herz kommt es an

Am 04.04. fand im Landratsamt Görlitz die Eröffnung der Ausstellung von Schülerarbeiten statt. ZINT war dabei.

Am 04. April fand unter Anwesenheit von Vertretern aus Bildung, Politik, Wissenschaft und Verwaltung die Eröffnung der Ausstellung von Schülerarbeiten der Neißegrundschule zum Thema „Vom Glück einen guten Lehrer zu haben“ statt.

Der Landrat des Kreises Görlitz Bernd Lange sowie der Rektor der Hochschule Professor Dr. Friedrich Albrecht hatten am 4. April zuvor im Landratsamt Görlitz den modifizierten Kooperationsvertrag zwischen dem Landkreis und der Hochschule Zittau/Görlitz unterzeichnet. Danach ließen es sich beide nicht nehmen und eröffneten im Beisein der Leiterin des Schul- und Sportamtes Marlies Wiedmer-Hüchelheim sowie vieler Besucher die Ausstellung.

 

 Welch ein Glück einen guten Lehrer zu haben… 

… diese Erfahrung hat wohl jeder von uns in der Schule gemacht und dieser Satz kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden … 

aus der Perspektive der Eltern, die das Beste für ihr Kind wollen, 

aus der des Schulleiters, der mit den Lehrern seiner Schule eine Schule gestalten möchte, in der Schüler Freude beim Lernen und Lehrer Freude beim Unterrichten haben, 

aus der Perspektive der Wissenschaft und der Politik, denen besonders die Schulabschlüsse und eine gute Ausbildung für jeden am Herzen liegen oder 

aus Sicht der Schüler selbst, die sich einen Lehrer wünschen, der Verständnis für sie hat und bei dem sie gern lernen. 

Immer wieder wird deutlich wie wichtig ein guter Lehrer ist.

 

Welch ein Glück, einen guten Lehrer zu haben…

Die Ausstellung der spannenden, verblüffenden sowie vielfältigen Perspektiven der Schüler begleitet uns in unserer Arbeit schon das dritte Jahr und ist nach Zwickau und dem Landtag in Dresden nun schon am dritten Ausstellungsort in Görlitz angekommen.

Und das Thema ist heute noch genauso aktuell, wie zum Beginn der Zusammenarbeit des Projektes ZINT an der Hochschule Zittau/Görlitz mit der Astrid Lindgren Schule Weißwasser und der Neißegrundschule Görlitz.

ZINT heißt so viel wie „Zusammen integrative/inklusive Schule entwickeln“ Nur durch enge Zusammenarbeit und mit gegenseitiger Unterstützung ist es möglich, Schule so weiter zu entwickeln, dass jedes Kind in seinem Lernen erfolgreich unterstützt wird, egal an welchem Lernort.

2007 entstand die Idee Lehrer aller Schularten für die Herausforderung der Integration von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im allgemeinen Unterricht zu qualifizieren – das war noch vor der Unterzeichnung der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen durch die Bundesrepublik Deutschland.

Seit 2008 sind seitdem ca. 500 Lehrrinnen und Lehrer von Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien und Berufsbildenden Schulen zu Fragen des gemeinsamen Unterrichts von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung fortgebildet worden. 

Heute besteht das Projekt aus drei Teilen:

1. Dem Kurs – in dem Lehrer sich über sieben Module in ihren Ferien mit Fragen zum gemeinsamen Unterricht, zur Förderplanung, zur individuellen Förderung sowie zu Kooperation und Beratung fortbilden. 

Dabei ist es Ziel grundlegende Handlungs- und Förderstrategien für den gemeinsamen Unterricht sowie sonderpädagogisches Grundwissen zu erlangen und individuelle Kompetenzen im Hinblick auf Integration und Inklusion weiter zu entwickeln. Darüber hinaus sollen sie an ihrer Schule in der Rolle eines Multiplikators für Integration als Berater bzw. Ansprechpartner tätig sein und integrative/inklusive Schulentwicklung unterstützen.

2. Der regionalen Netzwerkarbeit

Gute Kooperationsbeziehungen an den Schulen ist eine Grundlage sich neuen Herausforderungen bei der Schulentwicklung zu stellen. 

Deren Ziel ist es, die bewährte Zusammenarbeit in der Region weiter auszubauen und die schulinterne Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.

Unter der Berücksichtigung der gegenwärtigen Personalsituation an den Schulen geht es auch darum durch klare Aufgaben- und Arbeitsstrukturen sowie Benennung von festen Ansprechpartnern für die verschiedenen Aufgaben Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen, damit die anstehenden Aufgaben so gut wie möglich erfüllt werden können. Dabei sind auch die Kooperation und Vernetzung zwischen einzelnen Schulen und Schularten zu verstärken und auf regionaler Ebene noch mehr die Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen zu suchen

 3. Den Fortbildungen -  die bedarfsorientiert zur systematschen Weiterentwicklung von Kompetenzen zur integrativen/inklusiven Unterrichts- und Schulentwicklung für Multiplikatoren für Integration beitragen.

Sie greifen Fragen auf, die bei der praktischen Arbeit entstehen und bieten den Erfahrungsaustausch an, Darüber hinaus vermitteln sie strategische Kompetenzen für die Arbeit in der Schule sowie fachliche Inhalte zur Unterrichts- und Schulgestaltung unter Berücksichtigung der Heterogenität und Vielfalt der Schülerschaft.

Ein besonders nachgefragter Teil im Projekt ZINT sind die seit 2013 jährlich stattfindenden Arbeitstagungen, bei denen insbesondere der Austausch miteinander sowie wechselnde thematische Fragen zur Unterrichtsgestaltung, zum Lernen oder auch zur Zusammenarbeit im Mittelpunkt stehen. Die Tagung greift die vielfältigen Fragen der Lehrer auf und spiegelt sie in ihren Tagungsthemen wider. So vielfältig wie die Fragen zur Integration bzw. zur Inklusion in Schule – so vielfältig sind die Themen und Referenten. Und so entstand zum Beispiel unter dem Tagungsthema von 2015 „Vom Glück einen guten Lehrer zu haben…“ die Zusammenarbeit mit den beiden Schulen, die die Vernissage maßgeblich gestaltet haben, der Astrid Lindgren Schule in Weißwasser und der Neißegrundschule in Görlitz.

 

Die Schüler aus WSW führten Teile ihres Theaterstücks „Es ist normal verschieden zu sein“ auf, welches auch filmisch für interessierte dokumentiert wurde.

Der Film

-        will zur Sensibilisierung von Kindern und Erwachsenen zum Thema Menschen mit Behinderungen beitragen.

-        zeigt, über welche individuellen Fähigkeiten und persönlichen Stärken Kinder mit Behinderungen verfügen und was für beeindruckende Leistungen sie erbringen können. 

-        Und dokumentiert den spielerischen Umgang mit der Thematik durch die Theatergruppe der Astrid Lindgren Schule auf der Grundlage des Buches „Der kleine Löwe und seine Freunde“

Die Schüler der TÜV-Privatschulzentrum-Europastadt Görlitz-Neißegrundschule suchten mit ihrer Lehrerin Frau Katrin Hänsel Antworten auf die Fragen:

·       „Wie soll für dich ein Lehrer oder eine Lehrerin sein?“, 

·       „Welche Eigenschaften soll er oder sie besitzen?“, 

·       „Was soll er oder sie besonders gut können?“. 

Die Schüler der damaligen dritten Klasse stellten sich mit ihrer Lehrerin und Schulleiterin Kerstin Wilke den Fra­gen: “Wie macht dir Lernen Spaß?“, „Wie lernst du gern? und „Was gehört für dich zum Unterricht unbedingt dazu?“ Jedes Kind entschied sich für ein Bild des Lernens nach persönlichem Bezug und individueller Stärke. Die Entwürfe der Kinder wurden mit Acryl auf Leinwand gebracht. Das Ergebnis dieses Projektes ist ein Gemeinschaftskunstwerk, dessen Zusammensetzung oben gestellte Fragen umfassend aus Kindersicht beantwortet und im Foyer des Landratsamtes bewundert werden kann.

 

Die Schüler und ihre Lehrer stellten uns Ihre Kunstwerke im Rahmen der Ausstellungseröffnung selbst vor.

Und wir konnten alle Anwesenden überraschen, als wir Ausschnitte aus dem Film der Klasse 9 H der Lernförderschule Radeberg zeigten, in denen die Schüler der Klasse 9 die Eigenschaften eines guten Lehrers beschrieben. 

 

Auf den Lehrer mit Herz kommt es an.

 

Obwohl an ganz unterschiedlichen Orten, mit ganz unterschiedlichen Mitteln und Methoden waren sich alle Schüler einig: Auf den Lehrer (mit Herz) kommt es an … 

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Petra Koinzer
Projektleiterin ZINT Fortbildung und ZINT Netzwerk
Tel.: 03581 - 374 42 58 
E-mail: p.koinzer(at)hszg.de