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12. Juni 2026

Aus Müll wird Rohstoff: CircEcon macht Kreislaufwirtschaft industriefähig

Vier sächsische Hochschulen bündeln ihre Kompetenzen zum Thema Kreislaufwirtschaft am Industriestandort Schwarze Pumpe. Hier entsteht in der Lausitz ein Zentrum für das Recycling schwieriger Verbundwerkstoffe.

Wo liegen die Rohstoffe, die wir in Zukunft nutzen? – Viele im Abfall! 

Wo sind die Menschen, die Veränderung gestalten? – In der Lausitz!

Die Notwendigkeit, Rohstoffe in Kreisläufen zu halten und damit mehreren Nutzungen zuzuführen, ist bekannt. Aber die Umsetzung stellt uns immer wieder vor Herausforderungen - zum Beispiel die Wiederverwendung von Verbundwerkstoffen aus Metallen, Kunststoffen und Fasergeweben.

Wie können wir Sensorsysteme zum Sortieren von Abfallströmen noch besser auf die neuen Materialien der Zukunft anpassen? Welche Demontageschritte sind notwendig, um Autos, Kühlschränke und Waschmaschinen bestenfalls vollautomatisch zu zerlegen und funktionstüchtige Ersatzteile zu gewinnen? Welche Prozesse helfen uns, bei der thermischen Verwertung von Abfallreststoffen den darin gebunden Kohlenstoff wiederzuverwenden? Lassen sich Recyclate (wiederverwendete Kunststoffe) in einer Standardmaschine verarbeiten? Antworten auf diese Fragen finden WissenschaftlerInnen aus Chemnitz, Freiberg, Dresden, Zittau und Görlitz, Unternehmen der Region und Experten bald gemeinsam am Standort von CircEcon, dem Industriepark Schwarze Pumpe. 

Im CircEcon wird es Forschenden und NutzerInnen möglich sein, den kompletten Lebenszyklus von Verbundmaterialien, Kunststoffen und Aluminium an einem Standort zu reproduzieren und mittels modernem Datenmanagement Bilanzierungsdaten wie Energieverbräuche oder Einsätze von Betriebsmitteln und Personal zu erfassen. Neu entwickelte Anlagenkomponenten können im industrienahen Umfeld getestet und optimiert werden, ohne dass es zu Produktionsausfällen kommt.

CircEcon bietet moderne Arbeitsplätze für Ingenieure und Naturwissenschaftler, die durch Kreislaufwirtschaft etwas bewegen wollen. 

CircEcon mit seinem Team an 4 Standorten zeigt, dass Zusammenarbeit unter dem Fokus der Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel einer gemeinsamen wissenschaftlichen Einrichtung möglich ist. An der HSZG arbeiten im Kernteam WissenschaftlerInnen, ProjektmanagerInnen, Mitarbeitende in der Verwaltung aus verschiedenen Abteilungen und die Projektleitung intensiv zusammen, damit in der Lausitz am Standort Schwarze Pumpe eine Forschungsfabrik der Zukunft für die Region entstehen kann.

Prof. Dr.-Ing. habil. Tobias Zschunke

Wie ist der aktuelle Stand?

Auf der Baustelle sind die Strukturen der Gebäudeteile schon von Weitem sichtbar. Parallel dazu läuft die Beschaffung der Anlagentechnik in den Hochschulen auf Hochtouren. Auch in Zittau werden Leistungsverzeichnisse erstellt und Vergabeverfahren durchgeführt. Es wird permanent an Details gefeilt und die aktuellen Zeichnungen der Baufirma studiert, damit alles seinen Platz findet. Für die Anlaufphase werden Projektanträge geschrieben und Konsortien gebildet – kurz: Die Köpfe rauchen und die Tasten glühen.

Ich freue mich, dass es uns gelungen ist Firmen zu gewinnen, denen das Recycling ebenso wichtig ist wie uns. Hier treffen Forschergeist und lösungsorientierter Lieferantenpragmatismus aufeinander und lassen innovative Anlagen entstehen.

Prof. Jens Friedrich

Was macht die HSZG im CircEcon?

Demontage

Im Bereich der Demontage sollen komplexe technische Systeme vollautomatisch demontiert und dabei virtuelle erweiterte Realitätslösungen integriert werden, um eine optimale Rückgewinnung von Bauteilen und Komponenten zu erzielen.

Foto: Prof. Dr. Martin Sturm
Prof. Dr.
Martin Sturm
ZIRKON
02763 Zittau
Theodor-Körner-Allee 8
Gebäude Z IV, Raum A0.09
+49 3583 612-4816
Daniel Fiß
Dipl.-Ing. (FH)
Daniel Fiß
Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik
Messtechnik / Prozessautomatisierung
02763 Zittau
Theodor-Körner-Allee 8
Gebäude Z IVc, Raum C1.12
Obergeschoss
+49 3583 612-4749
Christian Vogel
M. Eng.
Christian Vogel
Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik (IPM)
Fachgruppe Messtechnik / Prozessautomatisierung
02763 Zittau
Theodor-Körner-Allee 8
Gebäude Z IVc, Raum C1.14
Obergeschoss
+49 3583 612-4984

Sortierung

Es werden Anlagen zur sensorbasierten Sortierung von Metallen (mit Fokus auf Aluminium) und technischen Kunststoffe installiert. Dabei kombinieren wir klassische Metallabscheidung sowie NIR- und MIR-Sortierung mit innovativen Pickingsystemen und Methoden der künstlichen Intelligenz, um Stoffströme effizient und präzise aufzubereiten.

In einem Nassbereich werden Hydrozyklone, eine Dekanterzentrifuge und Wäscher und Trockner installiert, um ein breites Spektrum an Abfallströmen mit unterschiedlichen Partikelgrößen und Materialdichten abzudecken. Die Kapazität der Anlagentechnik wird zwischen 500 und 800 kg/h betragen.

Prof. Dr.-Ing. Jens Friedrich
Prof. Dr.-Ing.
Jens Friedrich
Zittauer Institut für Verfahrensentwicklung, Kreislaufwirtschaft, Oberflächentechnik, Naturstoffforschung
02763 Zittau
F-Schneider Str. 26
Gebäude Z IX, Raum 112
Obergeschoss
+49 3583 612-4885
Foto: Dr.-Ing. Maria Schäfer
Dr.-Ing.
Maria Schäfer
ZIRKON
02763 Zittau
F-Schneider-Str. 26
Gebäude IX, Raum 104
Obergeschoss
+49 3583 612-4314

Thermochemische Konversion

Die thermochemische Konversion für die Kreislaufwirtschaft im CircEcon wird die Schlüsselkomponente zwischen aussortierten Störfraktionen und des daraus entstehenden Synthesegases zur energetischen Nachnutzung. Die Herrausforderung besteht darin die Anlagen dahingehend zu entwickeln, sodass ein breites Spektrum an Materialien für die Wiederverwertung eingesetzt werden kann. Zahlreiche Dienstleister und Anlagenbauer im Bereich Energie und Gasumwandlung sind im engen Austausch mit uns, damit die Energieversorgung von morgen dezentral grundlastfähiger wird. Gemeinsam mit dem Anlagenbauer LIPro Energy GmbH werden wir zahlreiche Sekundärbiomassen wie Nussschalen oder Haferflockenschalen mit Kunststoffabfall für die Gaserzeugung in einem Experimentalgaserzeuger untersuchen, sodass aus ungenutzten Stoffen ein wichtiger Mehrwert für eine speicherfähige Energieversorgung entsteht.

Mit der Firma UTF GmbH streben wir den kompletten Gegensatz an. Hier nutzten wir anfallende Gase aus vorgelagerten Prozessen, wodurch unser Prozessgaskonverter in der Lage ist, daraus festen Kohlenstoff zu erzeugen, der dann als defossile Quelle in die Circular Economy wieder integriert werden kann.

 

Foto: Prof. Dr.-Ing. habil. Tobias Zschunke
Prof. Dr.-Ing. habil.
Tobias Zschunke
Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik
02763 Zittau
Theodor-Körner-Allee 8
Gebäude Z IVc, Raum C1.01
Obergeschoss
+49 3583 612-4843
M.Eng.
Fred Haaser
Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik
02763 Zittau
Schwenninger Weg 1
Gebäude Z VII, Raum 13
Erdgeschoss
+49 3583 612 4983

Schritt für Schritt zum Forschungscampus

Lust, gemeinsam Zukunft zu gestalten?

Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder treffen Sie uns

…und verschiedenen Veranstaltungen im Raum Hoyerswerda, Spremberg u. a., auf die wir Sie auf unserer CircEcon-Projektseite tagesaktuell informieren. 

Im Dezember wird übrigens vor Ort im Industriepark Schwarze Pumpe die Einweihungsfeier stattfinden.

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Ansprechpartner

Foto: Prof. Dr.-Ing. habil. Tobias Zschunke
Prof. Dr.-Ing. habil.
Tobias Zschunke
Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik
02763 Zittau
Theodor-Körner-Allee 8
Gebäude Z IVc, Raum C1.01
Obergeschoss
+49 3583 612-4843
Foto: Dipl.-Ing. Anett Kupka
Dipl.-Ing.
Anett Kupka
ZIRKON
02763 Zittau
F-Schneider-Str. 26
Gebäude Z IX, Raum 104
Obergeschoss
+49 3583 612-4961
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